Econlit
Kronberger, R. (2010), Der Euro-Raum im Lichte der Theorie der optimalen Währungsgebiete, Wirtschaftspolitische Blätter 4/10, Manz Verlag, Wien.Kernelement
der Theorie der optimalen Währungsgebiete ist, inwieweit potenzielle
Mitgliedstaaten einer Währungsunion in der Lage sind, über zum
Wechselkursinstrument alternative Anpassungsmechanismen, wie zB
flexible Löhne, langfristig ihre Wettbewerbsfähigkeit anzupassen oder
kurzfristig die Effekte von asymmetrischen Schocks abzufedern. Die
„neue“ Theorie der optimalen Währungsgebiete besagt, dass die Erfüllung
der Optimalitätskriterien nicht schon im Vorfeld gegeben sein muss,
sondern sich die Kriterien als Folge der Währungsunion erst heranbilden
können. Bei empirischer Anwendung der Optimalitätskriterien auf den
Euro-Raum gemäß alter Theorie ist der Schluss eindeutig, dass die
Optimalität ex ante nicht gegeben ist. Bei empirischer Anwendung der
„neuen“ Theorie kann konstatiert werden, dass die Währungsintegration
die Finanzmarktintegration nach sich zieht und die Währungsintegration
und die Handelsintegration einander „verstärken“. Ein dominanter
europäischer Konjunkturzyklus kann nicht eindeutig identifiziert
werden. Weitgehende Übereinstimmung in der Literatur herrscht darüber,
dass der Euro-Raum eine verstärkte fiskale bzw makroökonomische
Koordinierung braucht. Insbesondere die Positionen über die notwendige
Tiefe und konkrete Ausgestaltung der fiskalen Integration divergieren. Kronberger,
R. (2010), Wirkung von Änderungen des Einkommensteuertarifes auf Konsum
und Konjunktur durch die Steuerreform 2009/2010, Wirtschaftspolitische
Blätter 2/10, Manz Verlag, Wien.Erstmals
wurde in Österreich eine Umfrage durchgeführt, wie unselbstständig
Beschäftigte und Selbstständige Steuerersparnisse aus
Steuertarifänderungen verwenden. Das Umfragedesign lehnt sich an eine
in den USA durchgeführte Umfrage von Shapiro/Slemrod (2009a) an. Die
Gemeinsamkeiten mit den Ergebnissen der US-Umfrage sind, dass
unselbstständig Beschäftigte mit niedrigen Einkommen keinen höheren
Anteil an der Steuerersparnis für den Konsum ausgeben als Bezieher
hoher Einkommen. Die schon mehrmals in der österreichischen
wirtschaftspolitischen Diskussion vernommene Hypothese, dass
Steuersenkungen sich idealerweise auf niedrige Einkommen konzentrieren
sollen, um bestmöglich auf Konsum und Wachstum zu wirken, kann auf
Basis der gegenständlichen Umfrageergebnisse nicht gestützt werden.
Angesichts dieser Umfrageergebnisse sollte auch die Hypothese
hinterfragt werden, dass bei einnahmenseitigen Budgetkonsolidierungen
eine stärkere Belastung höherer Einkommen relativ zu niedrigeren
Einkommen die am wenigsten dämpfenden Effekte auf Konsum und Konjunktur
zeigen würden. Download Eberhartinger,
M./Kronberger, R. (2008), Steuerpolitik für kleine und mittlere
Unternehmen, Wirtschaftspolitische Blätter 4/08, Manz Verlag, Wien.Im
folgenden Beitrag werden die steuerliche Behandlung der kleinen und
mittleren Unternehmen (KMU) in Österreich analysiert und entsprechende
steuerpolitische Maßnahmen vorgeschlagen. Die
Einkommensteuerbelastung ist gemessen am internationalen Vergleich
sehr hoch und zudem gegenüber der Lohnsteuer diskriminierend.
Steuerbegünstigungen für kleine und mittlere Unternehmen stellen sich
im internationalen Vergleich eher mäßig dar. Lösungsansätze sind die
Ausdehnung des steuerbegünstigten Jahressechstels auf Einkünfte
aus Gewerbebetrieb und Einkünfte aus selbständiger Arbeit, der
Abbau von steuerlichen Hindernissen bei der Eigenkapital- und
Fremdkapitalfinanzierung, der Ausbau steuerlicher
Investitionsbegünstigungen sowie die Verringerung der
Rechtsbefolgungskosten. Insgesamt zeigt sich, dass die
KMU-Freundlichkeit des österreichischen Steuerrechts noch stark
verbesserungsbedürftig ist.
Kronberger, R./Wörz, J. (2004), Die österreichische
Außenwirtschaft mit den MOEL im Vorfeld der Erweiterung, Wirtschaftspolitische
Blätter 1/04, Wirtschaftsverlag, Wien
Mit der EU-Osterweiterung werden auch 4 österreichische
Nachbarstaaten am Binnenmarkt teilnehmen. Dadurch geht ein wesentlicher
Anteil des österreichischen Außenhandels in den Binnenhandel
über. Beim Handel mit den für die österreichische
Außenwirtschaft überdurchschnittlich wichtigen östlichen
Handelspartnern war während der letzten Jahre bereits in Ansätzen
eine Konvergenz der Handelsstruktur zu erkennen. Die Teilnahme der
mittel- und osteuropäischen Länder am Binnenmarkt bedeutet
den Wegfall von tarifären Handelsbarrieren vor allem im Agrar-
und Nahrungsmittelbereich sowie von nicht-tarifären Barrieren
im gesamten Warenhandel. Sowohl dadurch, als auch durch eine stärker
integrierte Dienstleistungswirtschaft sind nach wie vor deutliche
Anstiege im Handelsvolumen mit den Beitrittsländern zu erwarten.
Für die österreichische Exportwirtschaft besteht also
nach wie vor hohes Exportpotenzial in die Beitrittsländer.
Der Zufluss weiterer österreichischer Direktinvestitionen in
die Beitrittsländer dürfte das Niveau der letzten Jahre
nicht mehr halten.
Download
Kronberger, R. (2003), Internationaler Dienstleistungshandel und
temporäre Migration, Wirtschaftspolitische Blätter 4/03,
Wirtschaftsverlag, Wien
Die Mainstream-Diskussion zu internationalem Handel
und Faktorbewegungen hat ihren Schwerpunkt primär auf Warenhandel
und permanenter Migration. In diesem Beitrag wird auf die besondere
Form der temporären Migration im Zusammenhang mit dem Dienstleistungshandel
Bezug genommen, die im General Agreement on Trade in Services (GATS)
der Welthandelsorganisation unter der Erbringungsart „Präsenz
natürlicher Personen“ erfasst ist. Bislang vorliegende
ökonomische Modelle vermögen es nicht, die Effekte der
GATS-Liberalisierung umfassend abzubilden, da u.a. die betrachteten
Märkte sehr segmentiert sind. Die Politik sollte ihr Augenmerk
zuerst auf den erfolgreichen Abschluss von Übergangsregelungen
für den freien Personenverkehr zwischen Österreich und
den EUBeitrittsländern richten, bevor weitere Liberalisierungen
im Personenverkehr unter GATS angegangen werden.
Download
Kronberger, R. (2003), Zur Diskussion: Budgetpolitik und Wirtschaftswachstum,
Wirtschaftspolitische Blätter 2/03, Wirtschaftsverlag, Wien
Der Diskussionsartikel spannt einen weiten Bogen
– von der Betrachtung des Stabilitäts- und Wachstumspakts
(SWP) über die optimale Größe des öffentlichen
Sektors für das Wirtschaftswachstum bis hin zu Budgetkonsolidierungen.
(1) Im SWP sind bereits weitreichende Reformen durchgesetzt, die
einen Großteil der Problembereiche entschärfen. Eine
weitere Flexibilisierung des SWP würde seine Glaubwürdigkeit
zusätzlich belasten. (2) Ein gewisses Maß an Reduzierung
des öffentlichen Sektors in Österreich dürfte günstige
Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum haben, vorausgesetzt, dass
Ausgabensenkungen von Strukturreformen begleitet werden. (3) Gemäß
den Erkenntnissen der endogenen Wachstumstheorie ist auf ein ausreichendes
Niveau bei öffentlichen Investitionen – auch während
Perioden der Budgetkonsolidierung – aufgrund ihrer wachstumsfördernden
Wirkung zu achten.
Download
Kronberger, R. (2002), A Cost-Benefit Analysis of a Monetary Union
for Mercosur with particular emphasis on the Optimum Currency Area
Theory, Revista Integración & Comercio N° 16 (enero-junio
2002), INTAL - Interamerikanische Entwicklungsbank, Buenos Aires
Potential costs and benefits of a monetary union
for the four MERCOSUR countries Argentina, Brazil, Paraguay and
Uruguay are compared.. Particular emphasis was put on the traditional
and new approaches to optimum currency area theory which were reviewed
and analyzed with respect to their validity for less developed economies.
Based on these insights 6 theses have been developed and thereafter
were tested empirically, as far as empirical material was available.
Evidently MERCOSUR will not start negotiating a treaty on a MERCOSUR
monetary union à la Maastricht tomorrow. The necessary institutional
framework is de facto non-existent. Further the member countries
have shown little willingness of monetary cooperation in the past.
Nonetheless, the creation of a single MERCOSUR currency could serve
as political lubricant for deepening integration. Such a deepening
of the integration process could go hand in hand with sound and
coordinated macroeconomic management which in turn could lead to
more stability and increased credibility in the region.
Download
Kronberger, R. (2002), Zur Diskussion: E-Money statt Bargeld –
eine Utopie?, Wirtschaftspolitische Blätter 2/02, Wien
Die Darstellung der traditionellen Bargeldsubstitution
und der eGeldsubstitution zeigt auf, daß der Analyserahmen
für beide Substitutionsformen zwar ein ähnlicher ist,
die beiden Phänomene aber durchaus eine gesonderte Betrachtung
verdienen. Aktuell ist die eGeld- Nachfrage sehr gering. Einerseits
dürften die technologischen Möglichkeiten von eGeld noch
nicht voll ausgenützt sein – der zusätzliche Nutzen
von eGeld gegenüber Bargeld dürfte noch nicht ausreichen,
um Bargeld im großen Ausmaß zu verdrängen. Andererseits
herrscht das Phänomen der Bargeldhysterese vor, welches nur
zum Teil erklärt werden kann, aber auf jeden Fall bremsend
auf die eGeld-Nachfrage wirkt.
Download Kronberger, R. (2001), Finanzierung von Pensionssystemen, Wirtschaftpolitische
Blätter 4/01, Wirtschaftsverlag, Wien
In diesem Beitrag werden mögliche Auswirkungen
der (teilweisen) Einführung einer kapitalgedeckten Finanzierung
des Pensionssystems diskutiert. Fragen makroökonomischer Auswirkung
werden ebenso behandelt wie jene von Verwaltungskosten auf mikroökonomischer
Ebene. Den zusätzlichen Erträgen aus einer kapitalgedeckten
Pensionsfinanzierung stehen einerseits Kosten in Form von Ertragsrisiko
und andererseits in Form von Umstellungskosten, sei es in Form ungünstiger
intergenerativer Umverteilung oder möglicherweise höherer
Verwaltungs- und Regulierungskosten gegenüber.
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Kronberger, R. (2001), Euro oder Dollar für Argentinien?,
Wirtschaftspolitische Blätter 5/01, Wirtschaftsverlag, Wien
Das vor rund 10 Jahren eingeführte Currency
Board brachte anfänglich eine wirksame Stabilisierung der argentinischen
Wirtschaft. Eine durch das Stabilitätsprogramm bedingte reale
Wechselkursaufwertung sowie eine Reihe negativer exogener Schocks
resultierten in einem nachhaltigen Beschäftigungsrückgang
auf Grund wenig flexibler Löhne und relative immobiler Faktoren;
ein Ergebnis, wie es die Theorie der optimalen Währungsgebiete
vorhersagt. Das jüngst vorgenommene Wechselkurssplitting mit
zusätzlicher Einbindung des Euro verspricht dem gemäß
noch immer nicht ausreichend Anpassungspotential durch den Wechselkurs.
Zudem hat der Euro gegenwärtig nur geringe Chancen auch annähernd
die Rolle des Dollar in Argentinien einzunehmen.
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Kronberger, R. (2000), Zur Diskussion: Die New Economy, Emerging
Markets und der Finanzplatz Österreich, Wirtschaftspolitische
Blätter 4/00, Wirtschaftsverlag, Wien
Zu den Themenblöcken New Economy, Emerging
Markets und Finanzplatz Österreich lassen sich vor allem folgende
Aussagen machen: (1) Finanzdienstleistungsprodukte erfahren wesentliche
Veränderungen durch den Einsatz der Informations- und Kommunikationstechnologie.
(2) Ob die New-Economy-Unternehmen auf den Aktienmärkten nun
richtig bewertet sind oder nicht, kann derzeit nur schwer gesagt
werden. (3) Die zuletzt häufigen Finanzmarktkrisen auf den
Emerging Markets sind auf verhältnismäßig leicht
erkennbare Ungewichte in den fundamentals zurückzuführen.
Eine Vermeidung solcher Krisen ist problematisch, weil sie oft strukturell
bedingt sind. (4) Der Finanzplatz Österreich ist einerseits
durch die Konsolidierung im österreichischen Bankensektor geprägt
und andererseits durch die Frage, ob, wie und in welcher Form die
Wiener Börse weiterbestehen wird.
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